Sport

Hockeyimpressionen

Zweikampf führt zu Streit/ Reinickendorfer Fuchs stehen die Haare zu Berge/ Tor mutwillig aus der Schußlinie entfernt/ Ein Racheakt?

"Julian, wann spielst du eigentlich mal Hockey in meiner Gegend?" Als es dann soweit war nahm ich auf der Tribüne, die über den Geräteräumen lag, Platz und sah das Spiel der Reinickendorfer Füchse gegen eine Mannschaft aus Süd-Berlin. Das Spiel entwickelte sich und die Füchse mit ihrem Spielmacher Julian lagen gut im Rennen. Auffällig nur, daß sich Julians Gesichtsausdruck bei so manchem Spielerkontakt verfinsterte. Bei seinem x-ten Zweikampf mit einem bestimmten Gegenspieler war es dann soweit. Julian blieb stehen, richtete sich aus der gebückten ballführenden Haltung auf und verwickelte sich in einen an Lautstärke zunehmenden Disput mit seinem Gegenüber. Irgendwann nahm die Auseinandersetzung derart an Schärfe zu, daß auch die beruhigenden Worte des Schiedsrichters verhallten. Die Versuche des Trainers waren zwecklos und die Ausdrücke wurden so anzüglich, daß der Rausschmiß des Spielers Dierkes nur noch eine Frage von Sekunden war und dann auch prompt vollzogen wurde. Dieser ging nun stampfend und fluchend (schließlich waren es ja seine Knochen gewesen, die geschlagen worden waren) vom Feld und schleuderte seinen Schläger gegen eine der Geräteschuppentüren, die mit einem lauten Rumms antwortete. Zu guter letzt beging der von Julian angebrüllte Spieler den Fehler sich in das Angriffsspiel seiner Mannschaft so einzubinden, daß er vor dem Torwart der Füchse (Magnus) stand und diesen berührte. In einer Solidaritätsbekundung zu Julian jagte Magnus den Spieler aus dem Schußkreis und vergaß beim Rennen, daß der Schläger noch im Tornetz hing. Unter lautem Geschepper folgte es einige Meter. Ich habe mir nie wieder ein Hockeyspiel angesehen.